Das Thema Faszien ist in der Öffentlich präsenter denn je. Spätestens seit die Fußballspieler der Nationalmannschaft dieses Gerät benutzen, um ihre Muskeln zu lockern. In annähernd allen Fitnessstudios werden Kurse zum Faszientraining angeboten. Das Angebot an Faszienrollen ist größer denn je. Für fast jedes Körperteil bietet der Markt eine extra Faszienrolle. Handelt es sich nun allerdings bei der Faszienrolle um einen Hype oder ist die Wirksamkeit tatsächlich bewiesen? Mittlerweile wurden diverse Studien zu diesem Thema durchgeführt.
Inhaltsübersicht
Gründe für den Einsatz der Faszienrolle
Die Faszienrolle wird zunächst hauptsächlich eingesetzt, um die Regeneration nach sportlichen Belastungen zu fördern oder um das Muskelgewebe auf sportliche Belastungen vorzubereiten. Dies führt zu einer Senkung des Verletzungsrisikos, Erhöhung der Beweglichkeit, Straffung des Bindegewebes sowie zum Lösen von Verspannungen. Derartige Probleme lösen verklebte Faszien aus. Bei Faszien handelt es sich um kollagenhaltiges Gewebe. Dieses umhüllt die Muskulatur. Damit Faszien verkleben können, muss der Mensch ganze Arbeit leisten. Als Ursachen hierfür sind Überlastung, Bewegungsmangel, einseitiges Training, Stress, Fehlhaltungen sowie Schlafmangel zu verzeichnen. Diese Verklebung hemmt die Kraftübertragung von Muskel zu Muskel und führt zu Koordinationsstörungen. Verklebte Faszien verursachen schließlich Schmerzen und Muskelkater. Dies ist gut für das Training zu wissen. Denn je mehr eine Körperpartie schmerzt, desto mehr muss sie behandelt werden.
Auswirkungen von Faszientraining
Nachweislich ist eine kurzfristig anhaltende Verbesserung der Flexibilität zu verzeichnen. Eine langfristige Flexibilität durch die Anwendung der Faszienrolle ist bis dato noch nicht nachgewiesen. Allerdings ist nachgewiesen, dass eine derartige Rollmassage insbesondere bei Kraft- und Explosivsportarten die Beweglichkeit erhöht ohne die Leistungsfähigkeit zu mindern. Dieser Aspekt ist besonders interessant, da Stretching die Leistungsfähigkeit mindern kann. Weiterhin reduziert die Behandlung mit der Faszienrolle Muskelkater. Dieser kann unter Umständen durch verletzte Faszien entstehen, weshalb eine sanfte Behandlung dieser dem Muskelkater Abhilfe schaffen oder ihn zumindest lindern kann. Dies führt zu einer rasanten Regeneration nach dem Sport. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass es sich beim Faszientraining lediglich um ein ergänzendes Training handelt. Faszientraining ist niemals ein Schwerpunkttraining. Diese Ergänzung sollte nach dem Schwerpunkttraining etwa zweimal wöchentlich zehn Minuten durchgeführt werden.
Besser dehnen mit der Blackroll – eine Studie der TU München
Denise Heirler untersucht an der TU München zur Dehnung der Oberschenkelmuskulatur zwei verschiedene Techniken. In dieser Studie werden 42 Probanden verglichen, welche das Alter zwischen 25 bis 55 Jahren hatten. Hierbei wird die Dehntechnik Contract-Relax-Agonist-Contract mit dem myofasziales Dehnen verglichen, wobei hierfür die Blackroll verwendet wird. Diejenigen Probanden, die sich mit der Blackroll dehen, weisen ein signifikantes Ergebnis auf. Ihre Beweglichkeit hat um ein vielfaches zugenommen. Anzumerken ist an dieser Stelle, dass sich diese Studie lediglich auf die ischiocrurale Muskelgruppe beschränkt.
Studie zum täglichen Ausrollen der Fußfaszie vom Center für Integrative Therapie und Training
Bei dieser Pilotstudie müssen 37 Probanden täglich ihre Fußfaszien mit einer mini Blackroll ausrollen. Dieses Ausrollen hat mindestens 10 Minuten zu erfolgen. Das Ergebnis dieser Studie ist atemberaubend. Bereits nach drei Wochen werden die klassischen Symptome der Probanden gelindert. So werden Symptome wie Schwindelanfälle, Steifigkeit sowie Schmerzen reduziert. Allerdings sind auch psychologische Effekte klar erkennbar. Die Anzeichen an depressiven Verstimmungen wird bei den Probanden sichtlich gemindert. Sie fühlten sich definitiv besser. Dies rührt daher, dass das autonome Nervensystem mit den Faszien verknüpft ist.
Abschließend ist zu sagen, dass bis dato noch nicht viele Studien zum Thema Faszientraining durchgeführt wurden. In der Sportmedizin spielen die Faszien bis zum Jahr 2007 gar keine bis eine untergeordnete Rolle. Der Hype um die Faszienrolle hat vor wenigen Jahren erst begonnen. Allerdings haben die bisher durchgeführten Studien hervorragende Ergebnisse geliefert. So genügen ein- bis zweimal wöchentlich 10 Minuten Training mit der Rolle, um eine signifikante Verbesserung des Bewegungsapparats herbei zu führen. Wichtig ist an dieser Stelle zu erwähnen, dass Faszientraining auch für Nichtsportler geeignet ist. Denn verklebte Faszien können jeden Menschen treffen und dadurch Schmerzen und Unwohlsein verursachen.